Auf einen Blick
Seit 2025 müssen Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen empfangen können, ab 2027 bzw. 2028 müssen die meisten sie auch verschicken. Ein PDF aus Word reicht dann für Rechnungen an andere Firmen nicht mehr: Gefragt sind die Formate XRechnung oder ZUGFeRD. Alle Programme in diesem Vergleich können das – sie unterscheiden sich aber stark beim Preis, beim Gratis-Angebot und bei der Buchhaltung.
Kurz gesagt: sevDesk, easybill und Zervant haben dauerhaft kostenlose Tarife für wenige Rechnungen. Lexware Office ist sehr bekannt und bietet 30 Tage Testzeit. FastBill und Billomat passen zu Firmen mit mehr Volumen, orgaMAX ist eine komplette Warenwirtschaft. Ob du überhaupt E-Rechnungen schreiben musst und ab wann, prüft unser E-Rechnungs-Check.
Schnellauswahl
- Lexware Office – Selbstständige, die alles in einem wollen
- sevDesk – günstigen Start mit Gratis-Tarif
- easybill – viele Dokumente im Gratis-Tarif
- Zervant – einfache Rechnungen mit App
- FastBill – Firmen mit API- und Automatisierungsbedarf
- Billomat – Teams mit vielen Rechnungen
- orgaMAX – Betriebe, die eine Warenwirtschaft brauchen
- eRechnify (kostenlos) – einzelne E-Rechnungen ohne Abo
Vergleichstabelle
| Programm | Preis ab (netto/Monat) | Gratis-Tarif / Test | XRechnung / ZUGFeRD | DATEV-Export | Banking | Link |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Lexware Office | 12,90 € (Tarif M) | 30 Tage Test, kein Gratis-Tarif | Ja | unklar (DATEV als Partner-Anbindung) | Ja | offizielle Seite |
| sevDesk | regulär 8,90–11,90 € (Tarif Rechnung) | Ja, 3 Rechnungen/Monat | Ja, auch gratis | Ab Tarif Rechnung | Ab Tarif Buchhaltung | offizielle Seite |
| easybill | 9 € (jährlich) / 12 € (monatlich) | Ja, 50 Dokumente/Monat | Ja, in allen Tarifen | Laut Anbieter ja (je Tarif prüfen) | Ab Starter | offizielle Seite |
| Zervant | 9 € (jährlich) / 11 € (monatlich) | Ja, 5 Rechnungen/Monat | XRechnung ja, ZUGFeRD nicht genannt | Nicht genannt | Konto verbinden, Abgleich manuell | offizielle Seite |
| FastBill | 9 € (jährlich) / 10 € (monatlich) | 14 Tage Test | Ja, in allen Tarifen | Ja | 1 Konto (Solo), mehr ab Plus | offizielle Seite |
| Billomat | 19 € (jährlich) / 29 € (monatlich) | 14 Tage Test | Ja, in allen Tarifen | Vermutlich ab Business | Vermutlich ab Business | offizielle Seite |
| orgaMAX | ERP ab 49 € (Desktop, 1. Jahr rabattiert) | Test (Dauer unklar) | Ja | Ja | Ja | offizielle Seite |
| eRechnify (kostenlos) | Kostenlos | Ohne Konto | XRechnung in ZUGFeRD-PDF | Nein | Nein | öffnen |
Lexware Office
Am besten für: Selbstständige, die alles in einem wollenLexware Office (früher lexoffice) ist eines der bekanntesten Rechnungs- und Buchhaltungsprogramme in Deutschland. Rechnungen schreiben kann man ab Tarif M für 12,90 € netto im Monat; am Prüftag lief eine Aktion mit 6,45 € für die ersten drei Monate. Der kleinere Tarif S (7,90 €) erfasst nur Belege. Buchhaltung gibt es ab L (21,90 €), XL kostet 32,90 €. Alle Tarife werden monatlich abgerechnet und sind monatlich kündbar.
XRechnung und ZUGFeRD erstellen und verschicken ist enthalten, die Apps für iOS und Android ebenfalls. Einen dauerhaften Gratis-Tarif gibt es nicht, dafür 30 Tage kostenlosen Test.
Vorteile
- Sehr bekannt, großer Funktionsumfang
- 30 Tage kostenlos testen, monatlich kündbar
- Apps ohne Aufpreis
Nachteile
- Kein Gratis-Tarif
- Rechnungen erst ab Tarif M, Buchhaltung erst ab L
sevDesk
Am besten für: günstigen Start mit Gratis-TarifsevDesk bietet einen dauerhaft kostenlosen Tarif mit 3 Rechnungen pro Monat inklusive XRechnung – ideal für Nebenberufler. Der kleinste bezahlte Tarif heißt „Rechnung“: Am Prüftag stand dort ein Aktionspreis von 4,45 €, regulär 11,90 € bei monatlicher, 9,90 € bei jährlicher und 8,90 € bei 24-monatiger Zahlung (netto). Darüber liegen „Buchhaltung“ und „Buchhaltung Pro“.
DATEV-Export ist schon im Tarif Rechnung enthalten, die Bankanbindung (über 4.000 Banken) erst ab Buchhaltung. Wegen der wechselnden Aktionspreise lohnt sich ein genauer Blick auf den Preis nach der Aktion.
Vorteile
- Kostenloser Tarif inklusive XRechnung
- DATEV-Export schon im kleinsten bezahlten Tarif
- Günstig bei langer Laufzeit
Nachteile
- Banking erst ab Tarif Buchhaltung
- Aktionspreise erschweren den Vergleich
easybill
Am besten für: viele Dokumente im Gratis-Tarifeasybill hat den großzügigsten Gratis-Tarif in diesem Vergleich: 50 Dokumente pro Monat, E-Rechnungen erstellen und empfangen inklusive. Der Starter-Tarif kostet 9 € bei jährlicher bzw. 12 € bei monatlicher Zahlung, Professional 25/39 € und Premium 37/45 € (netto).
Die Bankanbindung läuft über finAPI, ab Starter mit einer Verbindung, ab Professional unbegrenzt. Wer mehr Dokumente braucht, kann sie über eine Flex-Option für 0,29 € pro Stück dazubuchen. Getestet werden kann 7 Tage lang der Premium-Tarif ohne Karte.
Vorteile
- Sehr großzügiger Gratis-Tarif
- E-Rechnung in allen Tarifen
- Flexibel erweiterbar
Nachteile
- Kurze Testphase für bezahlte Funktionen
- Keine eigene App genannt
Zervant
Am besten für: einfache Rechnungen mit AppZervant kommt aus Finnland und ist auf einfache Rechnungen spezialisiert. Der Free-Tarif erlaubt 5 Rechnungen pro Monat inklusive XRechnung. Start kostet 9 € im Monat bei jährlicher oder 11 € bei monatlicher Zahlung, Plus 20/25 €.
Apps für iOS und Android gibt es. Einen DATEV-Export nennt Zervant nicht, und ZUGFeRD wird auf der Preisseite nicht erwähnt – wer mit einem Steuerberater über DATEV arbeitet, sollte das vorher klären.
Vorteile
- Gratis-Tarif mit XRechnung
- Sehr einfache Bedienung, Apps
Nachteile
- Kein DATEV-Export genannt
- ZUGFeRD nicht ausgewiesen
FastBill
Am besten für: Firmen mit API- und AutomatisierungsbedarfFastBill startet mit dem Tarif Solo für 10 € monatlich oder 9 € bei jährlicher Zahlung. Plus kostet 15/14 €, Pro 30/27 €, Premium ab 59/53 € (netto). XRechnung und ZUGFeRD sind in allen Tarifen enthalten, und FastBill bietet eine offene API für Anbindungen an Shops und andere Software.
Solo verbindet ein Bankkonto, Plus fünf, ab Pro unbegrenzt viele. Einen Gratis-Tarif gibt es nicht, nur 14 Tage Test.
Vorteile
- E-Rechnung in jedem Tarif
- Offene API
- Günstiger Einstieg
Nachteile
- Kein Gratis-Tarif
- Eigene App nicht klar ausgewiesen
Billomat
Am besten für: Teams mit vielen RechnungenBillomat ist ein reines Online-Programm für Rechnungen und Angebote. Der kleinste Tarif Professional kostet ab 19 € bei jährlicher bzw. 29 € bei monatlicher Zahlung, Business 29/39 €, Enterprise 99/119 € (netto). E-Rechnungen sind in allen Tarifen dabei.
Laut Tarifübersicht kommen DATEV-Export und Banking erst ab Business – bitte vor dem Kauf prüfen. Nach dem 14-tägigen Test wird das Konto gelöscht, wenn man keinen Tarif wählt.
Vorteile
- E-Rechnung in allen Tarifen
- Ausgereift für mehrere Nutzer
Nachteile
- Teurer Einstieg
- DATEV und Banking erst im größeren Tarif
- Keine eigene App
orgaMAX
Am besten für: Betriebe, die eine Warenwirtschaft brauchenorgaMAX ist eher eine komplette Bürosoftware (ERP) mit Angeboten, Rechnungen, Lager und Buchhaltung – als Desktop-Programm oder in der Cloud. Die ERP-Tarife starten am Prüftag bei 49 € (Desktop) bzw. 79 € (Cloud) im Monat bei jährlicher Abrechnung, wobei im ersten Jahr 30 % Rabatt gelten. Daneben gibt es kleinere Produkte wie „orgaMAX Dokumente“ ab 4,50 €, deren genauer Umfang bitte beim Anbieter geprüft werden sollte.
E-Rechnung, DATEV und Banking sind im ERP enthalten. Für Kleinunternehmer mit wenigen Rechnungen ist es meist zu groß.
Vorteile
- Desktop-Version, auch offline nutzbar
- Kompletter Funktionsumfang bis Lager und Produktion
Nachteile
- Für kleine Selbstständige teuer
- Rabatt nur im ersten Jahr
eRechnify (kostenlos)
Am besten für: einzelne E-Rechnungen ohne AboWenn du nur ab und zu eine Rechnung schreibst, brauchst du nicht unbedingt ein Abo. Unsere kostenlosen Schwester-Seiten erechnify.de, fakturaklick.de und rechnungerei.de erstellen eine gültige XRechnung im ZUGFeRD-PDF ohne Anmeldung und prüfen die Datei vor dem Download. Buchhaltung, Banking oder DATEV gibt es dort nicht.
Vorteile
- Kostenlos und ohne Konto
- Gültige XRechnung/ZUGFeRD mit Prüfung
Nachteile
- Keine Buchhaltung, kein Banking, kein DATEV
- Keine Kundenverwaltung über längere Zeit
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
- E-Rechnung: Für Rechnungen an andere Unternehmen brauchst du spätestens 2027 bzw. 2028 XRechnung oder ZUGFeRD. Alle Programme hier können das, Zervant weist ZUGFeRD aber nicht aus.
- Wie viele Rechnungen? Bis 3 (sevDesk), 5 (Zervant) oder 50 Dokumente (easybill) im Monat reicht ein Gratis-Tarif.
- Steuerberater: Arbeitet dein Steuerberater mit DATEV, achte auf den DATEV-Export im gewählten Tarif.
- Buchhaltung und Banking: Wer seine Einnahmen-Überschuss-Rechnung selbst macht, braucht Bankabgleich und Belegerfassung – das kostet bei den meisten Anbietern einen größeren Tarif.
- Kündigung und Aktionen: Viele Preise sind Einführungsangebote. Rechne mit dem regulären Preis nach der Aktion.
Was ist mit Debitoor?
Debitoor wurde eingestellt; die Anwendung verweist heute auf SumUp. Wer noch Daten dort hatte, sollte auf eines der Programme oben umsteigen.
So haben wir verglichen
Wir haben keine eigenen Labortests gemacht und veröffentlichen keine erfundenen Testnoten. Grundlage sind die offiziellen Preis- und Funktionsseiten der Anbieter, ihre Dokumentation und veröffentlichte Prüfungen, alle am oben genannten Datum gelesen. Preise ändern sich oft: Bitte den Endpreis immer beim Anbieter prüfen.
Häufige Fragen
Welches Rechnungsprogramm ist kostenlos?
Dauerhaft kostenlose Tarife haben sevDesk (3 Rechnungen pro Monat), Zervant (5 Rechnungen) und easybill (50 Dokumente), jeweils mit E-Rechnung. Für einzelne E-Rechnungen ohne Konto gibt es außerdem erechnify.de.
Brauche ich als Kleinunternehmer ein Rechnungsprogramm für E-Rechnungen?
Empfangen müssen seit 2025 alle Unternehmen E-Rechnungen können. Beim Versenden gibt es Übergangsfristen bis Ende 2026 bzw. 2027, für Kleinunternehmer nach § 19 UStG Ausnahmen. Unser E-Rechnungs-Check zeigt, was für dich gilt.
Lexware Office oder sevDesk?
sevDesk ist im Einstieg günstiger und hat einen Gratis-Tarif, Lexware Office bietet 30 Tage Test und ist monatlich kündbar. Beide können XRechnung und ZUGFeRD.
Was ist der Unterschied zwischen XRechnung und ZUGFeRD?
XRechnung ist eine reine XML-Datei. ZUGFeRD ist ein PDF, in dem die XML-Daten eingebettet sind, sodass Menschen und Software die Rechnung lesen können. Beide gelten als E-Rechnung.
Sind die Preise netto?
Ja, die Anbieter nennen ihre Preise für Geschäftskunden ohne Mehrwertsteuer. Stand ist das oben genannte Prüfdatum.
Gibt es Debitoor noch?
Nein. Debitoor wurde eingestellt und verweist auf SumUp.